Wir möchten Sie auf dieser Webseite über die Ziele und Aktivitäten unserer Gesellschaft informieren und zugleich einladen, Mitglied der DeGBS zu werden.
Unsere Ziele
Wir haben uns die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der biologischen Wirkungen ionisierender und nichtionisierender Strahlungen zum Ziel gesetzt. Die DeGBS dient damit der Erhaltung und Vertiefung der wissenschaftlichen Grundlagen des Strahlenschutzes sowie der medizinischen Umsetzung strahlenbiologischer Erkenntnisse.
Wir schließen die in diesem Bereich tätigen und an ihrer wissenschaftlichen Fortentwicklung interessierten Personen zusammen und vertreten sie nach außen. Wir setzen uns dafür ein, Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu schaffen und zu erweitern. Hierfür vergeben wir während den Jahrestagungen Nachwuchspreise, Posterpreise sowie Reisestipendien.
Die DeGBS fördert in ihrem Bereich die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlern verschiedener Herkunft, insbesondere aus der Biologie, Chemie, Medizin und Physik und arbeitet mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften zur Förderung der Strahlenforschung zusammen. Für herausragende Verdienste um die Strahlenforschung wird im Rahmen der DeGBS Jahrestagung der Ulrich-Hagen-Preis verliehen.
Wir, die Mitglieder der DeGBS und ihre Forschung, stehen für das Schaffen von Wissen in wichtigen biologischen, physikalischen und medizinischen Forschungsthemen beginnend vom Strahlenschutz bis hin zur Radioonkologie für sowohl ionisierende als auch nicht ionisierende Strahlung. Gerade durch unsere zahlreichen ausländischen Kolleginnen und Kollegen in unseren Forschungsgruppen und in Kooperationen positionieren wir uns im Europäischen Kontext und für die ganze Welt als offene und verantwortungsvolle Gesellschaft.
In memoriam Prof. em. Dr. rer. nat. Dr. med. h.c. Christian Streffer
Die Mitglieder der DeGBS trauern um den hochgeschätzten Wissenschaftler und Kollegen Univ.-Prof. em. Dr. rer. nat. Dr. med. h.c. Christian Streffer, der am 7. Mai 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Christian Streffer war eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Strahlenbiologie. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 war er Universitätsprofessor für Medizinische Strahlenbiologie und Direktor des Instituts für Medizinische Strahlenbiologie an der Universität Essen, dessen Aufbau und wissenschaftliches Profil er als Gründungsdirektor entscheidend geprägt hat. Darüber hinaus war er von 1976 bis 1977 sowie von 1981 bis 1983 Dekan der Fakultät für Theoretische Medizin und von 1988 bis 1992 Rektor der Universität/Gesamthochschule Essen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten zu Strahlenwirkungen, Strahlenrisiken und den Grundlagen der Strahlentherapie fanden weltweit Anerkennung. Mit mehr als 500 Publikationen sowie seinem langjährigen Engagement in nationalen und internationalen Gremien des Strahlenschutzes – darunter UNSCEAR, ICRP und Strahlenschutzkommission – hat er die Strahlenforschung und den Strahlenschutz über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt und mitgestaltet. Christian Streffer war bis zuletzt in Deutschland und weltweit auf wissenschaftlichen Tagungen und anderen Veranstaltungen des Faches präsent, und nahm auch regelmäßig an den Jahrestagungen der Gesellschaft teil. Neben zahlreichen wichtigen nationalen und internationalen Auszeichnungen wurde Christian Streffer im Jahre 2009 für sein Lebenswerk mit dem renommierten Ulrich-Hagen-Preis der DeGBS ausgezeichnet.
Für mich persönlich war Christian Streffer weit mehr als ein Vorgänger. Ich hatte die Ehre, als sein Nachfolger das Institut für Medizinische Strahlenbiologie von 2001 bis 2022 zu leiten. Ich verdanke Christian Streffer sehr vieles. Über all die Jahre hinweg war er stets hilfsbereit, unterstützend und voller Interesse an der Entwicklung unseres Fachgebietes. Durch unsere regelmäßigen Abendessen und langen Gespräche entstand mit der Zeit eine tiefe Freundschaft, die ich immer als großes Geschenk empfunden habe. Immer wieder habe ich darüber gestaunt, mit welcher geistigen Klarheit, Neugier und Leidenschaft Christian auch bis ins hohe Alter die Entwicklungen der Strahlenbiologie verfolgte (Georg Iliakis).
Wir verlieren mit Christian Streffer nicht nur einen herausragenden und bis zuletzt weltweit aktiven Wissenschaftler, sondern auch einen warmherzigen, großzügigen und inspirierenden Menschen, Kollegen und Freund, der mit seiner offenen und kommunikativen Persönlichkeit bis zuletzt auch zahlreiche Nachwuchswissenschaftler:innen für wissenschaftliche Fragestellungen in unserem Fach begeisterte. Wir sind sehr dankbar, dass wir noch im Oktober 2024 im Rahmen des letzten von Christian Streffer in Essen initiierten Symposiums „Ionisierenden Strahlen: Erlebnisse – Erfolge – Risken“ gemeinsam mit ihm den Blick auf die vielfältigen Entwicklungen und Chancen im Strahlenschutz und bei der Nutzung ionisierender Strahlen richten durften. Wir werden ihn sehr vermissen!
Mit großer Dankbarkeit und Anerkennung erinnern wir uns an einen großartigen Kollegen und Freund.
Das tief empfundene Mitgefühl der DeGBS Mitglieder und unsere Anteilnahme gelten seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen.
Prof. Dr. George Iliakis und Prof. Dr. Verena Jendrossek
im Namen des DeGBs Vorstands and aller DeGBS-Mitglieder
Stellungnahme der DeGBS und der jungen DeGBS (jDeGBS) zur Reform des WissZeitVG
In einem offenen Brief kritisiert der gesamte Vorstand der DeGBS die Novellierung des WissZeitVG, da einige bedeutende Nachteile für Forschende gesehen werden, welche sich aus der wissenschaftlichen Praxis in den Natur- und Lebenswissenschaften ergeben.
Der Vorstand fordert, dass insgesamt eine differenzierte Betrachtung der spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen verschiedener Fachbereiche und Disziplinen bei der Novellierung des WissZeitVG bachtet werden müssen. Die gemeinsame Schaffung von vielfältigen, langfristigen und stabilen Beschäftigungsmöglichkeiten für wissenschaftliches Personal durch die Finanzierung solcher Stellen durch Bund und Länder sollte dabei im Fokus stehen (anstelle von strengeren und allgemeingültigen Rahmenbedingungen), um eine exzellente Forschung, transparente Perspektiven und eine gerechte Karriereentwicklung zu ermöglichen.
Den gesamten offen Brief können Sie hier herunterladen –>
